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Schottland 2012 – Tag 2

Von Dalmally über Oban nach Fort William

von Henning

10.09.2012

Blick vom B&B auf das Tal

Heute wachen wir gut gelaunt auf und nehmen ein leckeres und ausführliches Full English Breakfast zu uns. Mit Toast, Würstchen, Speck, Bohne, gegrillter Tomate und Pilzen. Ein guter Start in den Tag, der lange satt macht und Energie bringt. Das Wetter hat sich beruhigt, es regnet nicht mehr und die Wolkendecke ist etwas höher gezogen.

Wir fahren von Dalmally aus weiter die A85 in Richtung Bridge of Awe, an Kilchurn Castle vorbei, weiter am Ufer von Loch Awe, der immer zu unserer linken bleibt. Nach knapp vier Kilometern biegt die Straße rechts ab und der See wird zum River Awe, der dann in den Loch Etive entwässert.

In Taynuilt biegen wir wieder spontan links ab und nehmen die Nebenstrecke nach Oban. Wir wollen schließlich, möglichst alleine, in der schottischen Natur sein.

Tal mit Wald bei Glenamachrie

Wir befahren ein ruhiges, idyllisches Tal. Nur einige Bauernhöfe liegen an der Straße. Menschen sind nicht zu sehen. Dafür kommen uns immer wieder mal vierbeinige, zottelige Bewohner in die Quere! Aber die wohnen ja auch hier und wir fahren mitten durch ihr Wohnzimmer. 🙂

Kühe im Weg

Unterwegs halten wir kurz an um die Ruhe und die feuchte aber frische Luft zu genießen. Nicht weit von der Straße fließt ein munterer Bach an dem wir kurz eine Pause einlegen.

Rauschender Bach

Oban

Unser Weg führt uns direkt nach Oban, dem Tor zu den inneren und äußeren Hebriden. Von Oban gelangt man mit der Fähre der staatlichen Fährgesellschaft Caledonian McBrayne (CalMac) auf die Inseln MullColonsayCollTireeBarra und South Uist. Wir fahren hier noch mit keiner Fähre. Das wollen wir erst später von Mallaig aus. Wir parken unser Auto und bummeln etwas an der Hafenstraße entlang, schauen in die Schaufenster und nehmen eine Kleinigkeit zu uns.

Oban Hafenstraße
The Oban Distillery

In Oban ist auch die gleichnamige Whisky-Destillerie zuhause. Unsere erste Destille, die unseren Weg kreuzt, müssen wir natürlich besuchen. Ronald ist schon länger begeisterter Single-Malt-Trinker und auch Henrik und ich sind mindestens Fans des gebrannten Gerstenbräus. Und so buchen wir die nächste Führung, die natürlich auch mit einer Verkostung endet.

Obans Hafen von McCaigs Tower aus

Nach der Verkostung erklimmen wir noch den “Hausberg” von Oban um dort ein merkwürdiges Gebilde zu begutachten. Und natürlich um die Aussicht zu genießen. McCaig’s Tower ist der, unvollendete Nachbau des Kolosseums in Rom, natürlich deutlich kleiner als das Original. John Stuart McCaig ließ den Bau 1897 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die örtlichen Arbeiter bauen. Und um seiner Familie ein Denkmal zu setzen. Das Bauwerk wurde nie fertiggestellt und heute ist innerhalb der Außenmauern ein Park und man kann immerhin die Aussicht auf den Hafen und den Ort Oban genießen.

Von Oban fahren wir die Straße weiter in Richtung Norden, immer am Wasser entlang. Nach kurzer Zeit stoßen wir auf eine kleine Burgruine. Dunollie Castle wurde, wahrscheinlich, im 15. Jahrhundert erbaut, seine Ursprünge datieren aber noch früher. Heute ist die Ruine weitgehend mit Efeu und anderen Rankpflanzen überwachsen. Das macht eine ganz andere Stimmung als so viele andere Ruinen. Irgendwie wirkt alles noch länger verlassen und man fragt sich was wohl passiert ist dass die Burg aufgegeben wurde.

Nach Dunollie Castle folgen wir der Straße weiter, nur um zu merken, dass es am Ende nicht weitergeht. Die Straße endet an einem Strandparkplatz. Also müssen wir uns einen anderen Weg Richtung Fort William suchen. Zurück auf der A85 fahren wir immer an der Küste entlang und genießen die Aussicht auf das Meer mit den Inseln darin.

Der kleiner Abzweig nach Dunstaffnage Castle lohnt sich für uns nicht: Die Burg ist eingerüstet und deshalb wird uns von anderen Gästen von einem Besuch abgeraten.

Stalker Castle

Castle Stalker

Über Connell Bridge geht es weiter bis wir irgendwann auf Castle Stalker treffen. Stalker kommt übrigens aus dem schottisch-gälischen für Jäger oder Falkner. Aus dem schottisch-gälischen ging es in den englischen Sprachraum über. Und heute kennt wohl auch jeder in Deutschland das Wort Stalking, was soviel wie “nachstellen, verfolgen” bedeutet.

Wir halten kurz an um diesen niedlichen, romantischen Wohnturm zu betrachten und ein paar Fotos zu machen. Castle Stalker ist einer der am besten renovierten, mittelalterlichen Wohntürme in Schottland. Man kann ihn nur per Boot erreichen, obwohl das Wasser auch bei Ebbe nicht sehr tief ist. Es ist aber einfach ein traumhaftes Fotomotiv, was die Fantasie zu Hochtouren auflaufen lässt. Wer hat den Turm gebaut? Warum dort? Was war der Zweck? Wer hat dort gewohnt oder wer war dort? Wie mühsam war das Leben dort?

Fort William

Nach weiteren 42 km am Loch Linnhe entlang kommen wir schließlich in Fort William an. Wir suchen erstmal das nächste große Einkaufszentrum auf um unseren Proviant aufzufüllen. Zufälligerweise liegt direkt neben dem Einkaufszentrum der Bahnhof von Fort William und dort steht gerade ein Zug. Das ist an sich nicht überraschendes, wenn es nicht ein Zug mit einer Dampflock wäre. So gehen wir etwas näher heran und der Zug entpuppt sich als der Jacobite Steam Train, heute wohl der gesamten Welt eher bekannt als der Hogwarts Express aus den Harry Potter Filmen. Der Zug fährt als Touristenattraktion von Fort William nach Mallaig und zurück. Er ist benanntNormalerweise fährt auf der Strecke ein ganz normaler Zug mit Diesellok als reguläre Zugverbindung. Leider haben wir kein Ticket gebucht und der Zug fährt auch bald danach ab. Die Züge sind übrigens Monate im Voraus ausgebucht und nicht günstig.

Anschließend suchen wir uns wieder eine Unterkunft für die Nacht: Wieder ein B&B mit 3 Betten in einem Zimmer. Das ist übrigens in B&Bs und Hotels in Schottland üblich. Oft gibt es ein Doppelbett und ein Einzelbett oder drei Einzelbetten.

Da es wieder Dinnertime ist, bummeln wir durch die nahe Einkaufszone von Fort William und suchen uns ein Restaurant aus. Wir stoßen gerade auf den Tag mit einem Bier an als Ronald plötzlich über Bauchschmerzen klagt. Er verschwindet schnell auf Toilette. Kurz nachdem er wiederkommt, muss er schon wieder los. Nach dem dritten Mal bricht er den Restaurantbesuch ab und geht zurück ins B&B. Henrik und ich machen uns Sorgen: Was, wenn Ronald etwas ernstes hat? Wo gibt es hier einen Arzt? Können wir uns verständigen? Wie kommt Ronald nachhause falls es etwas ernstes ist?

Wir essen trotzdem noch unser Essen auf und gehen dann zu unserer Unterkunft.

Ronald geht es den Umständen angemessen, er hat aber immer noch Bauchschmerzen. Die Nacht verläuft aber ruhig.

Am nächsten Tag findet Ronald dann raus, dass die getrockneten Pflaumen, die er den ganzen Tag genascht hat, in größeren Mengen abführend wirken. Er hat die ganze Tüte genascht…

Quellen und Links

In der Reihenfolge der Erwähnung im Text

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